Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH)

Warum sich die Prostata mit zunehmendem Alter vergrößert, ist nicht hinreichend erforscht. Wissenschaftler vermuten, dass Umstellungen im männlichen Hormonhaushalt der Grund sind. Doch solange die Ursache nicht eindeutig geklärt ist, kann es keine Prostatatherapie geben, die die Erkrankung kausal bekämpft.

Deshalb zielen die verfügbaren medikamentösen Therapieformen in den Anfangsstadien auf die Linderung der Beschwerden der BPH. Bei einer sehr großen Prostata kann mit entsprechenden Arzneimitteln das Prostatavolumen reduziert werden, um somit eine Operation aufzuschieben oder zu umgehen. Im weiter fortgeschrittenen Krankheitsstadium, in dem die vergrößerte Prostata Komplikationen, wie z. B. Nierenleiden verursacht, ist ein operativer Eingriff dann meist unumgänglich.

Werden die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung jedoch rechtzeitig erkannt, können sie gut behandelt und ein Fortschreiten der Erkrankung verzögert bzw. aufgehalten werden.

Medikamentöse Prostata-Therapie

In der Regel helfen Arzneimittel bei einer Prostatavergrößerung – eine Operation ist selten nötig
Die medikamentöse Prostatatherapie lindert die Beschwerden

Je nach Ausmaß der Beschwerden stehen unterschiedliche medikamentöse Prostatatherapien zur Verfügung. Manche erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke, andere unterliegen aufgrund ihrer Arzneimittelrisiken der ärztlichen Verschreibungspflicht.

Bei qualitativ hochwertigen Arzneimitteln wurde die Wirksamkeit nachgewiesen, bei dubiosen Angeboten können Sie nicht mit einer ausreichenden Wirksamkeit rechnen.

Welche medikamentöse Prostatatherapie ist die eigene Wahl? Die Beantwortung der folgenden Fragen bietet wertvolle Hilfestellung:

  • Was ist wichtiger: Eine schonende Therapie, z. B. mit pflanzlichen Präparaten, oder muss möglichst schnell eine Wirkung spürbar werden, auch wenn dabei Nebenwirkungen auftreten können?
  • Werden weitere Arzneimittel eingenommen? Dann mit Arzt oder Apotheker auf mögliche Wechselwirkungen achten.
  • Wer soll die Kosten der Prostatatherapie tragen? Verschreibungspflichtige Präparate werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Für wirksame, rezeptfreie Präparate müssen ca. 60 Cent/Tag aus der eigenen Tasche gezahlt werden.
  • Wie wichtig ist das Sexualleben? Die Einnahme chemisch-synthetischer Substanzen kann die Sexualfunktion (z. B. Potenz) negativ beeinträchtigen.

Operation – wenn die medikamentöse Prostatatherapie nicht mehr hilft

Nur bei einer sehr großen Prostata und auftretenden Komplikationen kommen Operationsverfahren, wie Lasertherapie oder die so genannte Transurethrale Resektion der Prostata, in Betracht. Dabei wird entweder Prostatagewebe oder bei Bedarf auch das gesamte Organ entfernt.