An moderne pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) werden die gleichen Qualitätsansprüche gestellt wie an chemische Präparate und auch sie müssen ihre Wirksamkeit nachweisen.
Im Gegensatz zu chemischen Arzneien ist die Wirkweise von Phytopharmaka jedoch komplexer und ganzheitlicher, da sie nicht auf einem einzelnen Wirkstoff beruht, sondern auf einem Gemisch an Stoffen.
Die Arzneipflanze wirkt nie als Ganzes, sondern immer nur ein spezieller Teil, aus dem der Extrakt gewonnen wird. Deshalb ist die richtige Wahl der Pflanzenteile entscheidend für die Wirkung.
Bei häufigem und nächtlichem Harndrang in Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung hat sich die Kombination der Extrakte aus den Früchten der Sägepalme (Sabal) und den Wurzeln der Brennnessel als sehr effektiv erwiesen.
Die Güte des Endprodukts ist unter anderem abhängig von Herkunft, Anbaumethode, Erntezeitpunkt und Trocknungsverfahren der verwendeten Pflanzen. Die Qualität des Rohstoffes hat somit großen Einfluss auf die Beschaffenheit der Extrakte und damit auf ihre Wirksamkeit. Darüber hinaus entscheidet das Extraktionsverfahren, also die Art und Weise, wie die Wirkstoffe aus der Pflanze gewonnen werden, über die Qualität des Phytopharmakons.
Bei billigen oder traditionell angewendeten Präparaten mit nur geringen Wirkmengen ist deshalb nicht unbedingt mit einer ausreichenden Wirkung zu rechnen.
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